Ein Down ist ein einzelner Spielzug im American Football. Die angreifende Offense hat vier Downs, also vier Versuche, um mindestens zehn Yards Raum nach vorne zu gewinnen. Schafft sie diese zehn Yards, bekommt sie ein neues First Down und damit wieder vier frische Versuche. Gelingt es nicht, wechselt der Ballbesitz an genau dieser Stelle zum Gegner. Dieser einfache Mechanismus aus vier Versuchen und zehn Yards steckt hinter fast jeder Entscheidung im Spiel, vom gewählten Spielzug bis zum Umgang mit der Uhr.
Das Prinzip: vier Versuche, zehn Yards
Jede Angriffsserie beginnt mit einem First Down. Von dort hat die Offense vier Versuche, um die Marke von zehn Yards zu überschreiten. Diese Marke heißt Line to Gain und wird im Stadion durch die beiden Stangen der sogenannten Kette angezeigt. Solange das Team in vier Versuchen zehn Yards schafft, darf es immer weiterspielen und den Ball theoretisch bis in die Endzone tragen.
Ein Beispiel macht das Prinzip klar. Ein Team startet an der eigenen 25-Yard-Linie mit First and Ten. Ein Lauf bringt vier Yards, jetzt steht es Second and Six. Ein kurzer Pass bringt weitere fünf Yards, also Third and One. Der nächste Lauf über zwei Yards knackt die zehn Yards, und die Anzeige springt zurück auf First and Ten. Das Team hat sein Ziel erreicht und bekommt vier neue Versuche, diesmal an der eigenen 36-Yard-Linie. Genau dieses Vorrücken in Zehn-Yards-Schritten ist der Kern des Spiels.
So liest man die Down-Anzeige
Der Spielstand einer Serie wird immer als Kombination aus Versuch und Restdistanz angezeigt, zum Beispiel First and Ten oder Third and Four. Die erste Zahl nennt den Down, die zweite die noch fehlenden Yards bis zum nächsten First Down. Diese Tabelle zeigt die Situationen, die man in jedem Spiel hört.
| Anzeige | Bedeutung |
|---|---|
| First and Ten | erster Versuch, noch zehn Yards. Der normale Start jeder Serie. |
| Second and Six | zweiter Versuch, noch sechs Yards. Ein guter erster Versuch lief. |
| Third and Long | dritter Versuch, noch acht Yards oder mehr. Schwierige Passsituation. |
| Third and Short | dritter Versuch, noch ein oder zwei Yards. Meist ein Lauf. |
| Fourth and Inches | vierter Versuch, nur noch Zentimeter. Alles oder nichts. |
| First and Goal | First Down innerhalb der letzten zehn Yards vor der Endzone. |
Steht ein Team so nah an der Endzone, dass bis dorthin weniger als zehn Yards fehlen, ersetzt das Wort Goal die Zahl. Aus Second and Ten wird dann zum Beispiel Second and Goal. Ziel ist jetzt nicht mehr ein neues First Down, sondern direkt der Touchdown.
First, Second, Third und Fourth Down im Detail
Jeder der vier Downs hat in der Praxis eine eigene Rolle und beeinflusst, welchen Spielzug ein Team wählt.
- First Down: der frische Start mit dem vollen Spielraum von zehn Yards. Hier sind alle Optionen offen, viele Teams laufen oder spielen einen kurzen Pass, um in eine gute Ausgangslage zu kommen.
- Second Down: der Zwischenschritt. Wie viel Druck herrscht, hängt vom ersten Versuch ab. Second and Short ist bequem, Second and Long zwingt schon fast zum Pass.
- Third Down: der Schlüsselversuch. Schafft das Team hier das First Down, läuft der Angriff weiter. Verpasst es die Marke, droht der Punt. Die Defense stellt sich gezielt auf die Restdistanz ein.
- Fourth Down: die Entscheidung. Meist kickt das Team hier, entweder als Punt oder als Field Goal. Nur in guten Situationen spielt es den vierten Versuch aus und riskiert den Ballbesitz.
Der Third Down: der wichtigste Moment der Serie
Der dritte Versuch entscheidet, ob eine Serie am Leben bleibt. Deshalb dreht sich ein großer Teil der Taktik um diesen Down. Man unterscheidet grob zwei Lagen. Bei Third and Short, also einem oder zwei fehlenden Yards, hat die Offense viele Optionen, vom Lauf bis zum Play Action. Bei Third and Long, ab etwa acht Yards, weiß auch die Defense, dass ein Pass kommen muss, und stellt zusätzliche Cover-Spieler aufs Feld.
Für die Defense ist ein gestoppter Third Down fast so wertvoll wie ein eroberter Ball, denn er zwingt den Gegner zum Kick. Kommentatoren sprechen oft von der Third Down Conversion Rate, also dem Anteil der dritten Versuche, die ein Team in ein neues First Down verwandelt. Sie ist eine der aussagekräftigsten Zahlen dafür, wie gut eine Offense wirklich funktioniert.
Der Fourth Down: Punt, Field Goal oder ausspielen
Verpasst die Offense am vierten Versuch das First Down, bekommt der Gegner den Ball genau an dieser Stelle. Nah an der eigenen Endzone wäre das hochgefährlich. Deshalb wählen Teams am Fourth Down meist eine von zwei sicheren Optionen: den Punt, einen weiten Kick, der den Gegner weit zurückschickt, oder das Field Goal, wenn sie nah genug an den Torstangen stehen.
Ob ein Team stattdessen aufs Ganze geht, hängt vor allem von drei Fragen ab: Wie viele Yards fehlen? Wo auf dem Feld steht der Ball? Und wie steht es im Spiel? Bei Fourth and Inches nahe der Feldmitte entscheiden sich immer mehr Trainer dafür, den Versuch auszuspielen, statt zu punten. Moderne Analysen zeigen, dass diese aggressivere Herangehensweise sich oft auszahlt. Verpasst das Team die Marke aber, spricht man von einem Turnover on Downs, und der Gegner übernimmt in bester Feldposition.
Wie ein Team ein neues First Down holt
Es gibt mehrere Wege zu einem neuen First Down. Der häufigste ist schlicht der Raumgewinn: Das Team überquert mit Lauf oder Pass die Line to Gain. Ist unklar, ob der Ball die Marke erreicht hat, kommt die Kette aufs Feld. Zwei Helfer spannen zwischen zwei Stangen exakt zehn Yards Kette, ein Schiedsrichter misst nach, ob die Ballspitze die vordere Stange erreicht.
Ein First Down kann auch ohne echten Raumgewinn entstehen. Bestimmte Strafen gegen die Defense, etwa Defensive Holding oder Pass Interference, bringen ein automatisches First Down. Die Offense bekommt dann eine neue Serie, selbst wenn der Spielzug selbst keine zehn Yards gebracht hat. Genau deshalb sind solche Strafen für die verteidigende Mannschaft so teuer.
Vom Down zum Drive: die Angriffsserie
Reiht ein Team mehrere First Downs aneinander, entsteht ein Drive, also eine zusammenhängende Angriffsserie von einem Ballbesitz bis zum nächsten Wechsel. Ein Drive kann nach einem einzigen Spielzug enden oder sich über ein Dutzend Spielzüge und mehrere Minuten ziehen. Genau hier verbinden sich Downs und Spieluhr zu Taktik.
Führt ein Team spät im Spiel, versucht es oft, mit vielen kurzen Läufen First Downs zu holen und so die Uhr laufen zu lassen. Jeder neue erste Versuch hält den Ball in den eigenen Reihen und nimmt dem Gegner Zeit. Umgekehrt spielt ein Team mit Rückstand schnelle Pässe, um trotz weniger Zeit möglichst viele Downs und Yards zu schaffen. Der Down ist damit nicht nur eine Regel, sondern das zentrale Werkzeug, mit dem Teams das Spiel und die Uhr steuern.
Häufige Fragen zu Downs
Was bedeutet First and Ten?
First and Ten bedeutet erster Versuch und noch zehn Yards bis zum nächsten First Down. Es ist die Standardsituation zu Beginn jeder neuen Angriffsserie und die häufigste Anzeige im ganzen Spiel.
Was passiert, wenn ein Team die zehn Yards nicht schafft?
Schafft die Offense nach vier Downs die zehn Yards nicht, bekommt der Gegner den Ball an der Stelle, an der der letzte Versuch endete. Das nennt man Turnover on Downs. Deshalb kickt ein Team den Ball am vierten Down oft lieber weg.
Was ist ein Punt?
Ein Punt ist ein Kick am vierten Down, mit dem ein Team den Ball freiwillig abgibt, um den Gegner möglichst weit von der eigenen Endzone entfernt starten zu lassen. Ein Spezialist, der Punter, tritt den Ball dabei aus der Hand.
Was bedeutet Third and Long?
Third and Long beschreibt einen dritten Versuch, bei dem noch acht Yards oder mehr fehlen. Weil ein Lauf diese Distanz selten schafft, erwarten alle einen Pass, und die Defense stellt sich mit zusätzlichen Cover-Spielern darauf ein.
Was heißt First and Goal?
First and Goal bedeutet, dass ein Team ein First Down innerhalb der letzten zehn Yards vor der gegnerischen Endzone hat. Statt eines neuen First Downs ist jetzt direkt der Touchdown das Ziel, deshalb ersetzt das Wort Goal die Restdistanz.
Warum gehen Teams heute öfter am Fourth Down aufs Ganze?
Moderne Analysen zeigen, dass sich ein ausgespielter vierter Versuch in vielen Situationen mehr lohnt als ein Punt, vor allem bei kurzer Distanz und rund um die Feldmitte. Deshalb verzichten immer mehr Trainer bewusst auf den sicheren Kick.