Steht ein NFL-Spiel nach 60 Minuten unentschieden, folgt eine Overtime, also eine Verlängerung. In der Regular Season dauert sie eine Periode von zehn Minuten, und seit der Angleichung der Regeln 2025 bekommen dort beide Teams garantiert mindestens einen Ballbesitz. Bleibt es danach gleich, endet das Spiel unentschieden. In den Playoffs kann es dagegen kein Remis geben, dort wird in Perioden von 15 Minuten so lange gespielt, bis ein Sieger feststeht.
So funktioniert die Overtime im Überblick
Die Overtime beginnt mit einem Münzwurf. Der Kapitän des Gewinners entscheidet, ob sein Team zuerst angreift oder die Wahl an den Gegner abgibt. Anders als in der regulären Spielzeit endet nicht jeder erste Score sofort das Spiel. Die heutige Regel stellt sicher, dass beide Mannschaften mindestens einmal den Ball bekommen, damit nicht allein der Münzwurf über Sieg oder Niederlage entscheidet.
Die genaue Ausgestaltung unterscheidet sich zwischen der Regular Season und den Playoffs. Der wichtigste Unterschied: In der regulären Saison ist die Verlängerung zeitlich begrenzt und kann unentschieden enden, in den Playoffs wird bis zur Entscheidung weitergespielt.
Overtime in der Regular Season
Die Verlängerung in der regulären Saison besteht aus einer einzigen Periode von zehn Minuten. Beide Teams sind garantiert mindestens einmal in Ballbesitz. Die einzige Ausnahme ist, wenn die verteidigende Mannschaft schon beim ersten Angriff selbst punktet, etwa durch eine Interception, die sie in die Endzone trägt, oder durch eine Safety. Dann ist das Spiel sofort vorbei.
Haben beide Teams ihren ersten Ballbesitz gehabt, gilt ab dann Sudden Death: Der nächste Score jeder Art beendet das Spiel. Führt ein Team nach den beiden ersten Angriffen, hat es bereits gewonnen. Fällt bis zum Ablauf der zehn Minuten keine Entscheidung, bleibt es beim Unentschieden. Diese zeitliche Grenze ist bewusst gesetzt, um die Spieler in der langen Saison zu schonen.
Overtime in den Playoffs
In den Playoffs kann es kein Unentschieden geben, denn am Ende muss ein Team weiterkommen. Auch hier bekommen beide Mannschaften mindestens einen Ballbesitz, doch die Perioden dauern jeweils 15 Minuten, und es wird so lange weitergespielt, bis ein Team vorne liegt. Zwischen den Verlängerungen gibt es kurze Pausen, ab der dritten Periode wird die Seitenwahl neu ausgelost.
Ein Field Goal im ersten Angriff beendet das Spiel hier nicht mehr, der Gegner erhält immer eine Antwortmöglichkeit. Diese Regel gilt in den Playoffs schon seit der Saison 2022. Sie war die Reaktion auf mehrere denkwürdige Spiele, in denen ein Team nach dem Münzwurf direkt marschierte und der Gegner nie den Ball berührte.
Regular Season und Playoffs im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle stellt die beiden Varianten gegenüber. Der Kern ist einfach: In der Regular Season zählt die schonende, begrenzte Verlängerung, in den Playoffs die vollständige Entscheidung.
| Regel | Regular Season | Playoffs |
|---|---|---|
| Dauer je Periode | 10 Min. | 15 Min. |
| Beide Teams am Ball | ja | ja |
| Weitere Perioden | nein | ja, bis zur Entscheidung |
| Unentschieden möglich | ja | nein |
Der Münzwurf und die Strategie
Früher galt der Gewinner des Münzwurfs als klar im Vorteil, weil ein einziger Touchdown im ersten Angriff das Spiel beenden konnte. Seit beide Teams garantiert den Ball bekommen, ist dieser Vorteil kleiner geworden. Manche Trainer entscheiden sich sogar dafür, dem Gegner den Ball zu überlassen, um im zweiten Angriff genau zu wissen, was zum Sieg nötig ist, ein Field Goal zum Ausgleich oder ein Touchdown zum Sieg.
Diese Wahl zwischen zuerst angreifen und den Ball abgeben ist zu einem eigenen taktischen Baustein geworden. Sie hängt vom Vertrauen in die eigene Offense und Defense ab und davon, ob ein Team das Risiko lieber selbst in der Hand behält oder auf die klare Information im zweiten Angriff setzt.
Wie die Overtime-Regeln entstanden sind
Die heutige Overtime ist das Ergebnis einer langen Entwicklung. Früher galt reines Sudden Death: Der erste Score jeder Art beendete das Spiel, egal welches Team ihn erzielte. Das führte dazu, dass der Gewinner des Münzwurfs oft direkt zum Field Goal marschierte und der Gegner nie den Ball berührte. Viele empfanden das als unfair, weil ein Münzwurf über ganze Saisons mitentscheiden konnte.
Deshalb änderte die NFL die Regeln schrittweise. Zunächst wurde für die Playoffs festgelegt, dass ein Field Goal im ersten Angriff das Spiel nicht mehr beendet. Seit 2022 bekommen in den Playoffs beide Teams garantiert einen Ballbesitz. 2025 folgte die Angleichung: Seitdem gilt die Regel mit dem garantierten Ballbesitz auch in der Regular Season. So ist aus dem harten Sudden Death ein deutlich faireres System geworden, das beiden Mannschaften eine echte Chance gibt.
Häufige Fragen zur Overtime
Wie lange dauert die Overtime in der NFL?
In der Regular Season dauert die Overtime eine Periode von zehn Minuten. In den Playoffs sind es Perioden von je 15 Minuten, die so oft wiederholt werden, bis ein Sieger feststeht.
Bekommen in der Overtime beide Teams den Ball?
Ja. Seit der Angleichung der Regeln 2025 gilt auch in der Regular Season, dass beide Teams mindestens einen Ballbesitz bekommen. Die einzige Ausnahme ist, wenn die Defense im ersten Angriff selbst punktet.
Kann ein NFL-Spiel unentschieden enden?
In der Regular Season ja: Steht es nach der zehnminütigen Overtime immer noch gleich, endet das Spiel unentschieden. In den Playoffs ist ein Unentschieden ausgeschlossen, dort wird bis zur Entscheidung gespielt.
Beendet ein Touchdown im ersten Angriff die Overtime sofort?
Nein. Seit beide Teams garantiert einen Ballbesitz bekommen, hat der Gegner nach einem Touchdown im ersten Angriff immer noch eine Antwortmöglichkeit. Erst wenn beide Teams am Ball waren, entscheidet in der Regular Season der nächste Score.
Wer entscheidet, welches Team in der Overtime zuerst angreift?
Vor der Overtime gibt es einen Münzwurf. Der Gewinner darf wählen, ob sein Team zuerst angreift oder den Ball dem Gegner überlässt. Weil heute beide Teams den Ball bekommen, entscheiden sich manche Trainer bewusst dafür, zuerst zu verteidigen.