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Eagles Analyse: Eagles vor der Trade Deadline: Verkaufen und kaufen – Titelbild für den Artikel auf www.fly-eagles-fly.de

Eagles vor der Trade Deadline: Verkaufen und kaufen

Die Colts und Titans verkaufen schon. Warum Philadelphia bei 2-5 beides tun sollte, wen ich abgeben würde und was der 1. Juni mit dem November zu tun hat.

Donnerstagabend, 14. Oktober 2021. Zach Ertz fängt gegen Tampa Bay einen Touchdown, die Eagles verlieren trotzdem 22:28 und stehen bei 2-4. Es ist sein letztes Spiel im grünen Trikot, jedenfalls für die nächsten fünf Jahre. Am Freitag schickt Howie Roseman ihn nach Arizona, für Cornerback Tay Gowan und einen Fifth-Round-Pick 2022. Jeffrey Lurie gibt ihm einen Satz mit auf den Weg: "Zach Ertz built a special legacy in Philadelphia." [1]

Drei Monate später spielen die Eagles in der Wild Card Round in Tampa. 9-8, verkauft und trotzdem drin.

Fünf Jahre später ist die Bilanz eine Niederlage schlechter, und die Frage ist dieselbe. Ertz ist übrigens wieder da: Im September haben die Eagles ihn in den zurückgeholt, nachdem Dallas Goedert sich am Knie verletzt hatte [2]. Der Mann, den Roseman 2021 an der Deadline verkauft hat, trägt 2026 wieder die 86, und Roseman muss wieder rechnen.

Der größte Unterschied zu 2021 ist der Quarterback. Damals hatte Philadelphia einen 23-jährigen Jalen Hurts, der gerade erst anfing. 2026 hat es gar keinen: Hurts fällt nach Blutgerinnseln in Bein und Lunge für die Saison aus, die Blutverdünner vertragen sich nicht mit Kontaktsport (mehr dazu hier).

Was Sheil Kapadia und Rich Hofmann im Philly Special sagen

Direkt nach der Niederlage gegen Carolina haben Sheil Kapadia und Rich Hofmann im Ringer-Podcast "" genau diese Frage gestellt. Hofmann, inzwischen beim Bulletin, brauchte dafür keine weitere Woche. Sein Satz zur Saison: "I would be surprised if they made the ." [3]

Sein Argument stützt sich auf Erfahrung. Die Eagles, sagt er, wissen seit 20 Jahren, wie Reset-Jahre gehen: "this franchise knows how to do them". Und sein Blick geht auf den Draft 2027, der als besonders stark gilt. Statt wieder zuzusehen, wie zehn Offensive Tackles weg sind, bevor Philadelphia dran ist, hätte er gern einmal einen der ersten [4].

Kapadia nimmt die Fans in Schutz, die das anders sehen. Manche denken mit dem Kopf und schauen auf die nächsten zehn Jahre. Für andere ist der Sonntag selbst der Sinn, sie wollen Spiele, die Freude machen, und Momente, an die sie sich erinnern. Am Ende landet aber auch Kapadia beim Verkaufen, weil er dem Mann vertraut, der es tun müsste. Roseman habe nicht die perfekte Bilanz, "but he's got a better track record than pretty much any GM in the NFL at doing those things". Sein Nachsatz: "You might be the favorites in the , literally next year." [5]

Seitdem haben die Eagles auch in Dallas verloren, 21:38. Fünf Niederlagen in Serie, 2-5.

Am 29. Oktober hat Hofmann nachgelegt, mit einer ausführlichen Deadline-Vorschau in seinem Newsletter:

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Die Frage, die ihn dabei am meisten beschäftigt: Was machen die Eagles mit Saquon Barkley?

Alle Trades vor der Deadline: Colts und Titans verkaufen

Sieben Trades hat die Liga bis Donnerstag, 29. Oktober, gesehen, einer davon kam aus Philadelphia:

DatumSpielerVonZuGegenwert
28.09.QB J.J. McCarthyVikingsGiantsFifth 2027
30.09.CB Joey Porter Jr.SteelersCowboysSecond 2028 plus Day-3-Pick 2027
07.10.C Cam JurgensEaglesRavensSecond 2028 plus Fifth 2027
11.10.WR Marvin Harrison Jr.CardinalsTexansSecond 2027 plus Day-3-Pick 2027
27.10.G Quenton NelsonColtsSeahawksThird 2027 plus Fifth 2028
27.10.DT DeForest BucknerColts49ersFourth 2027
29.10.DT Jeffery SimmonsTitansBearsFirst 2027, First 2028 plus Fourth 2027

[6] und [7].

Zwei Division-Rivalen haben schon eingekauft. Dallas hat sich Porter geholt und die Eagles am Montag mit 38:21 abgefertigt, die Giants haben sich mit McCarthy einen Quarterback gesichert, als Jaxson Dart verletzt ausfiel. Die rüstet auf, während Philadelphia über den Ausverkauf redet.

Die Colts und Titans haben in dieser Woche vorgemacht, wie Verkaufen aussieht. Indianapolis hat am 19. Oktober General Manager Chris Ballard entlassen und acht Tage später Nelson und Buckner abgegeben. Receiver Josh Downs hat danach selbst um einen Trade gebeten [8]. Kapadia wundert sich im Philly Special, warum Indianapolis schon zwei Wochen vor der Deadline verkauft: "Why not wait to see if teams get a little bit more desperate?" [9].

Tennessee hat am Donnerstag nachgelegt und Jeffery Simmons für zwei Erstrunden-Picks nach Chicago geschickt [10]. Für einen 29-jährigen Defensive Tackle, der im Juni bis 2030 verlängert hat.

Zwei Firsts für Simmons, ein Fourth für Buckner. Der Markt zahlt gerade sehr unterschiedlich: Wer noch Jahre Vertrag hat, bringt Erstrunden-Geld. Wer im März ohnehin geht, bringt Day 3. Philadelphia hat von beiden Sorten welche im Schrank.

Was Roseman an früheren Deadlines gemacht hat

Roseman ist an der Deadline meistens Käufer gewesen, selten Verkäufer. Ein Blick zurück:

JahrMovePreisWas daraus wurde
2017Jay Ajayi geholtFourth408 Rushing Yards in sieben Spielen, Super Bowl LII
2018Golden Tate geholtThird30 Catches, ein Touchdown in acht Spielen
2021Zach Ertz abgegebenGowan plus FifthPlayoffs trotz 2-4 zum Zeitpunkt des Trades
2022Robert Quinn geholtFourthkein einziger Sack in Philadelphia
2023Kevin Byard geholtEdmunds, Fifth, SixthStarter bis Saisonende, 2024 in Chicago
2025Jaelan Phillips geholtThirdRental für eine halbe Saison

[11] und [12].

Aus der Tabelle lese ich zwei Lehren. Erstens sind Rentals ein Glücksspiel: Ajayi war ein Treffer, Quinn eine Niete, und beide kosteten denselben Pick. Zweitens hat Philadelphia nach schwachen Jahren schnell wieder oben gestanden. Jimmy Kempski erinnert daran, dass auf die Resets von 2015 und 2020 jeweils ein Titel folgte, 2017 und 2024 [13]. Genau das meint Hofmann mit "this franchise knows how to do them".

Und 2021 lohnt einen zweiten Blick, weil es dem Jetzt am nächsten kommt. Nach Ertz schickte Roseman auch Joe Flacco weg, zu den Jets für einen Sixth. Trotzdem hieß es damals ausdrücklich, das sei "not a fire sale": Abgeben wollten die Eagles vor allem Veteranen im letzten Vertragsjahr, Spieler mit Zukunft wie Fletcher Cox nicht, und im Draft 2022 standen drei Erstrunden-Picks bereit [14]. Dieselbe Linie erwarte ich auch 2026.

Wen ich abgeben würde

Kempski hat die Liste schon gebaut, als die Eagles noch nicht bei fünf Niederlagen standen, mit einem lachenden Smiley dahinter:

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Acht Namen werden gehandelt. Drei Leute haben sie bewertet: Kempski am 15. Oktober, Sheil Kapadia am 28. Oktober im Philly Special mit Shawn Syed von SumerSports, Dave Zangaro am 29. Oktober. Kapadia hat nur die vier Namen durchgerechnet, die er für realistisch hält. Je später die Schätzung, desto niedriger meist der Preis.

SpielerVertragKempski (15.10.)Kapadia (28.10.)Zangaro (29.10.)
Nolan Smith, EDGEbis 2027, Option gezogenSecondnicht projiziertmehr als ein Third
Riq Woolen, CB1 Jahr, 12 Mio.ThirdFifthFourth bis Fifth
Moro Ojomo, DTletztes Rookie-JahrThird plus FifthFourth bis FifthThird bis Fourth
Dallas Goedert, TE1 Jahr, 7 Mio.FourthFifthfrüher bis mittlerer Day 3
Landon Dickerson, Gbis mindestens 2027Fifthnicht projiziertFourth
Zack Baun, LBbis 2027nicht unter spätem Firstnicht projiziertmindestens Second
Saquon Barkley, RBbis 2028Secondnur für Second, vielleicht ThirdSecond bis Third
Hollywood Brown, WR1 Jahr, 5 Mio.nicht gelistetnicht projiziertspäte Runde

[15], [16] und [17].

Kapadias Reihenfolge für die Wahrscheinlichkeit eines Trades: Ojomo vor Woolen vor Goedert, Barkley ganz hinten [18].

Ein Name fehlt in der Tabelle, und das hat einen Grund: Zach Ertz. Er steht im Practice Squad, und getradet werden können nur Spieler aus dem aktiven Roster [19]. Andere Teams dürften ihn aber jederzeit auf ihr 53er-Roster holen. Ein Contender, dem ein Tight End wegbricht, bekäme Ertz also ohne Pick, Philadelphia bekäme nichts. Will Roseman für ihn etwas zurück, müsste er ihn erst selbst ins 53er-Roster befördern.

Am einfachsten ist Ojomo. Im Philly Special vom 19. Oktober heißt es dazu: Mit den Verträgen für Jalen Carter und Jordan Davis "you basically agreed Moro Ojomo is going to be gone after the season, just like Milton Williams was." Kapadia und Hofmann tippen dort noch auf einen Third [20].

Zehn Tage und einen Buckner-Trade später ist Hofmann vorsichtiger. Ojomo kam als Seventh-Round-Pick, stand im 25 Snaps auf dem Feld, hatte letzte Saison sechs Sacks und in dieser noch keinen. Wenn schon Buckner nur einen Fourth bringt, ist für Ojomo nach Hofmanns Rechnung auch nicht mehr drin: "If we are scoring this like golf, a fourth-rounder is a par and anything better is a birdie." [21]

Kapadia und Syed landen am 28. Oktober bei "fourth or a fifth", Syed sieht Ojomo eine Stufe unter Milton Williams [22]. Und wer lieber bis März wartet, bekommt vielleicht einen Compensatory Pick. Den gibt es aber erst im Draft 2028, erinnert Kapadia, und "it's not guaranteed" [23].

Bei Riq Woolen schließt sich das Fenster gerade. Im Podcast vom 19. Oktober nennen Kapadia und Hofmann Detroit, Carolina und sogar Seattle als Abnehmer, wo er das Scheme kennt [24]. Kempski sah Mitte Oktober noch einen Third, Zangaro nach schwachen Auftritten nur noch Day 3. Zwei Wochen haben eine ganze Runde gekostet. Kapadia landet netto bei einem Fifth, sein Lieblingsabnehmer sind die Lions. Er erinnert daran, dass Woolen im Frühjahr als Free Agent keinen Markt hatte: "the league is kind of telling you how they value him" [25].

Goedert führt zurück zum Einstieg dieses Textes. Kapadia würde ihn glatt gegen einen Fifth abgeben: 31 Jahre, Einjahresvertrag über 7 Millionen, 22 Catches für 228 Yards in fünf Spielen. Den Vergleich hat ihm Fran Duffy geliefert. Zach Ertz war 2021 genauso alt und ging für einen Fifth nach Arizona [26]. Syed hält eher einen Sixth für realistisch.

Hollywood Brown läuft ebenfalls aus und bringt wenig. Das ist kein Grund, ihn zu behalten.

Teurer wird es bei Nolan Smith, Landon Dickerson und Zack Baun. Smith ist nach Zangaros Angaben kein Rental, weil die Eagles seine Option für 2027 gezogen haben. Ein Käufer bekommt also mehr als ein halbes Jahr, und genau dafür hat Chicago am Donnerstag zwei Firsts gezahlt. Smith ist kein Simmons. Unter einem Second würde ich trotzdem nicht ans Telefon gehen.

Bei Dickerson geben die Quellen sogar die Vertragslaufzeit unterschiedlich an, 2027 oder 2028. Bei Baun ist es das Gehalt: 16,75 Millionen sind 2026 voll garantiert, und die übernimmt jeder Käufer mit [27]. Kempskis später First ist deshalb Wunschdenken. Zangaros Second ist die Zahl, mit der ich rechnen würde.

Und dann Barkley, für Hofmann die spannendste Frage dieser Deadline. 2.000 Rushing Yards im Banner-Jahr, der Reverse Hurdle gegen Jacksonville, die Parade auf der Broad Street. Hofmanns Tipp: Die Eagles traden ihn nicht. Sie haben ihn in Dallas nach seiner Schätzung mit vielleicht 70 Prozent spielen lassen, Barkley humpelte schon beim ersten Carry, und so behandelt man keinen älteren Spieler, den man verkaufen will. Dazu kommt, was Barkley in die Kabine bringt: hart im Nehmen, ein Typ, den man im Locker Room haben will [28].

Das, schreibt Hofmann selbst, sei sein Herz. Sein Kopf sieht einen 29-jährigen Running Back mit Verletzungen, die er so noch nie hatte, und eine Offensive Line, die nicht einmal Durchschnitt ist. "Saquon behind an elite line is a force multiplier", nur habe Philadelphia diese Line nicht, und für einen Contender könne Barkley genau das letzte Puzzleteil sein [29]. In Dallas musste er mit einer Hamstring- und einer Rückenverletzung vom Feld [30], und im Podcast fiel als Abnehmer bereits Houston, das ihn schon einmal verpflichten wollte.

Kapadia zieht die Linie beim Second. Darunter lohne es sich kaum, weil man sich eine Lücke ins Roster reißt und Barkley auch 2027 noch spielen kann. Syed hält schon den Second für ausgeschlossen. Kapadias Fazit: "I actually don't think Saquon Barkley's going to get traded just because of what it would take" [31].

Ich bin beim Kopf. Barkley wird im Februar 30, und ein Running Back hinter einer schwachen Line verschenkt das, wofür man ihn bezahlt. Bringt er einen Second, würde ich ihn ziehen lassen. Bei einem Third nicht. Realistischer ist trotzdem, was Hofmann und Kapadia tippen: Roseman behält ihn.

Die Fake Trades von Kapadia und Berman

Am Donnerstagabend haben Sheil Kapadia und Zach Berman im Philly Special das gemacht, was Kapadia am Vortag angekündigt hatte: konkrete Trades mit konkreten Abnehmern. Keine Insider-Meldungen, sondern Gedankenspiele zweier Leute, die dieses Team seit Jahren beobachten.

SpielerAbnehmerGegenwertVorschlag von
Riq WoolenBillsFourthBerman
Riq Woolen plus SixthBillsFourthKapadia
Moro OjomoPanthersFourth 2028 plus SixthBerman
Dallas GoedertBearsFifthKapadia, Idee von Fran Duffy
Dallas GoedertSeahawksFourth 2028Berman
Goedert plus OjomoLionsTE Sam LaPortaBerman
Saquon Barkley plus FifthBroncosSecondKapadia

[32]

Buffalo passt für Woolen, weil die Bills neben Christian Benford kaum etablierte Cornerbacks haben. Beim Ojomo-Deal bremst Kapadia: Das fühle sich "a little expensive" an, und vielleicht überschätze man den Spieler, den man jede Woche sieht [33]. Berman hält dagegen. Ojomo sei näher an Milton Williams, als Shawn Syed tags zuvor meinte, und der Compensatory Pick sei ein Trugschluss: Den gebe es nur, wenn man in der selbst still halte, "otherwise they're going to cancel each other out" [34].

Bermans schärfster Vorschlag ist der für Detroit: Goedert und Ojomo für Sam LaPorta, Tight End mit auslaufendem Vertrag und auf dem Weg zu seiner besten Saison. Kapadias Urteil: "I would be a yes for the Eagles. I would be a no for the Lions." [35]

Bei Barkley spielen beide das Szenario durch und landen trotzdem beim Bleiben. Kapadia würde den Second aus Denver nehmen, "because we're getting a second round pick for a running back who's about to turn 30", und stellt die Position grundsätzlich in Frage: "running back has just proven to be the position where supply outweighs demand." [36] Berman glaubt nicht, dass Barkley gehen will: "If I'm Saquon, I am probably staying" [37].

Und Nolan Smith? Den nennt Berman als Kandidaten, Kapadia wundert sich, "I don't know why we don't talk about him more as a trade candidate" [38].

Und wen ich holen würde

Roseman verkauft selten nur. Jeff McLane hat Anfang Oktober berichtet, dass er einen Offensive Lineman mit Starter-Format sucht, und laut Jeremy Fowler haben sich die Eagles vor dem Seattle-Deal nach Quenton Nelson erkundigt [39]. Ich würde ablaufende Verträge in Picks verwandeln und einen Teil davon sofort in Spieler stecken, die 2027 noch da sind.

Der Name, der mich reizt, ist ein alter Bekannter. Josh Sweat, der im 2,5 Sacks gegen Patrick Mahomes verbucht hat, steht in Arizona auf dem Markt. Vertrag bis 2028, Arizona würde mit einer Entlassung im Frühjahr 18,1 Millionen sparen, und Bleacher Report taxiert ihn auf einen konditionalen Fourth [40]. Ein Fourth für einen Edge Rusher, der das Scheme kennt und mit Jalyx Hunt und Jonathan Greenard rotieren kann. Ertz ist zurück, warum nicht auch Sweat?

Für die Defensive Line wäre Zach Sieler aus Miami eine günstige Ojomo-Lösung, konditionaler Fifth, Vertrag bis 2027. Bei den Receivern, wo DeVonta Smith und Dontayvion Wicks verletzt fehlen, kosten Jauan Jennings (Vikings) oder Josh Downs (Colts) einen späten Pick [41].

Bleibt die Baustelle, die Roseman selbst aufgemacht hat: die Offensive Line. Nelson ist weg, aber ESPN führt in seiner Liste der 25 Trade-Kandidaten zwei Guards, die passen würden: Jackson Powers-Johnson von den Raiders, Zweitrunden-Pick 2024 und damit noch auf günstigem Rookie-Vertrag, und Cesar Ruiz von den Saints [42]. Powers-Johnson ist für mich der interessantere Name. Er ist jung genug, um 2027 und 2028 Teil der Line zu sein, und billig genug, um nicht mit den Extensions von Mitchell und DeJean zu kollidieren. Für den Pass Rush nennt dieselbe Liste die Eagles sogar ausdrücklich als Abnehmer für Shemar Stewart, Bengals-Erstrunden-Pick von 2025.

Was ein Trade im November den Cap kostet

Über den Cap singt niemand im Linc, aber er entscheidet, wie teuer ein Ausverkauf wird. Die Regel ist schlicht: Wer nach dem 1. Juni tradet, trägt im laufenden Jahr nur die Proration dieses Jahres. Alles, was an noch offen ist, wandert ins nächste League Year [43]. Ein Trade im November spart 2026 also kaum Geld. Er schiebt die Rechnung nach 2027.

Wie das aussieht, zeigt Cam Jurgens: 14,9 Millionen Dead Money für 2027, für einen Center, der in Baltimore spielt [44]. Bei Barkley wären es nach Over The Cap 8,581 Millionen, vor dem 1. Juni wären es 35,039 Millionen gewesen [45]. Bei Baun 6,423 gegen 28,899 Millionen [46].

Ganz billig sind aber auch die auslaufenden Verträge nicht alle. Goedert und Woolen haben laut Berman Void Years im Vertrag, ein Trade löst bei ihnen also ebenfalls Dead Money aus. Bei Goedert sagt Berman deshalb: "if they were to trade him this year, they need to be incentivized and needs to be good compensation. It's not just getting rid of him because you are eating it on the cap by trading him." [47] Bei Ojomo, im letzten Jahr seines Rookie-Vertrags als Seventh-Round-Pick, ist kaum Bonus offen. Barkley und Baun fressen dagegen Platz, den Roseman für die Extensions von Quinyon Mitchell und Cooper DeJean braucht.

Was ich von außen nicht sagen kann: wie viel nach allen Restrukturierungen wirklich übrig ist. Over The Cap und Spotrac liegen bei Eagles-Verträgen regelmäßig auseinander. Die Richtung stimmt, die Nachkommastellen würde ich nicht verteidigen.

Ein Polster gibt es: Für 2028 halten die Eagles nach dem Jurgens-Deal zwei Firsts und zwei Seconds [48].

Mein Take

Es tut immer weh, wenn das eigene Team nicht liefert. Die Folgen sind vielfältig, und eine davon beschreibt dieser ganze Text: Spieler, die in der langfristigen Planung keine Rolle spielen oder sich nicht für eine größere Rolle empfohlen haben, werden abgegeben. Aus ihnen versucht man Kapital zu schlagen, solange sie noch etwas wert sind.

Zukaufen ergibt für mich nur Sinn, wenn es langfristig trägt. Ein Offensive Lineman oder ein Spieler auf einer Skill-Position lohnt sich, wenn er in der nächsten und übernächsten Saison hier spielt. Wer für die kommende Saison ohnehin nicht mehr eingeplant ist, kann gehen. So bekommt Philadelphia die Chance, mit frischen Talenten neu anzusetzen.

Die Spekulation darüber ist spannend, und sie liefert Stoff für Texte wie diesen. Dabei darf man aber die Menschen in dieser Geschichte nicht verstecken. Spieler, die heute noch mit ihren Familien in Philadelphia leben, sind morgen ganz woanders.

Am Ende der Saison gilt das auch für Coaches und für alle, deren Einkommen an genau diesen Jobs hängt. Viele von ihnen wissen danach nicht, ob sie weiter im Football arbeiten. Bei aller Häme, die ein 2-5 auslöst: Ich möchte die Menschen dahinter im Kopf behalten.

Was ich erwarte

Washington am Sonntagabend, die Giants am 8. November, dann ist am 10. November um 22 Uhr deutscher Zeit das Fenster zu. Mein Tipp: Roseman gibt drei Spieler aus der oberen Hälfte meiner Tabelle ab und holt dafür einen Lineman. Zwei Siege bis dahin, und ich schreibe diesen Text neu. Darauf wetten würde ich nicht.

Kapadia legt sich fest: Verlieren die Eagles in Washington, "next week is trade week", dann würden am Montag und Dienstag Spieler abgegeben [49]. Berman ordnet die Saison größer ein. Für ihn ist 2027 das "prove it year" für Jalen Hurts, das eigentliche "reset year" sei 2028 [50].

Hofmann hat ausgerechnet, was den Fans bleibt, wenn es so kommt: rund 40 Stunden "slop football" bis Januar. Sein Trost: "if you do sit through the slop football, then March, April's a lot more fun." [51]

2021 hat Roseman Ertz verkauft und war trotzdem in den Playoffs. 2026 holt er ihn zurück und verkauft vielleicht alle anderen. Den Namen Josh Sweat sollte man sich bis zum 10. November merken.

Häufige Fragen zur Trade Deadline der Eagles

Wann ist die NFL Trade Deadline 2026?

Am Dienstag, 10. November 2026, um 16 Uhr Ostküstenzeit, also 22 Uhr deutscher Zeit. Danach sind bis Saisonende keine Trades mehr möglich. Die Eagles spielen vorher noch am 1. November in Washington und am 8. November gegen die New York Giants.

Warum sollten die Eagles bei 2-5 Spieler abgeben?

Weil mehrere wichtige Spieler nach der Saison ohnehin gehen. Moro Ojomo, Dallas Goedert, Riq Woolen und Hollywood Brown stehen vor dem Vertragsende, und nach den Extensions für Jalen Carter und Jordan Davis fehlt das Geld für einen dritten teuren Interior-Vertrag. Ein Spieler, der jetzt einen Third-Round-Pick bringt, bringt im März höchstens einen Compensatory Pick. Jalen Hurts fällt zudem für den Rest der Saison aus.

Haben die Eagles schon einmal an der Deadline verkauft?

Ja. Im Oktober 2021 gab Howie Roseman Tight End Zach Ertz bei einer Bilanz von 2-4 an die Arizona Cardinals ab, für Cornerback Tay Gowan und einen Fifth-Round-Pick 2022. Die Eagles erreichten trotzdem mit 9-8 die Playoffs. Meistens war Roseman an der Deadline aber Käufer, etwa 2017 bei Jay Ajayi oder 2025 bei Jaelan Phillips.

Was passiert mit dem Signing Bonus, wenn ein Spieler im November getradet wird?

Bei einem Trade nach dem 1. Juni bleibt im laufenden Jahr nur die Proration dieses Jahres auf dem Cap. Der restliche Signing Bonus wird als Dead Money im nächsten League Year fällig. Bei Saquon Barkley wären das 8,581 Millionen Dollar für 2027 statt 35,039 Millionen bei einem Trade vor dem 1. Juni. Ein Trade an der Deadline spart 2026 also kaum Geld, er verschiebt die Last nach 2027.

Welche Trades gab es diese Woche in der NFL?

Die Colts gaben am 27. Oktober Guard Quenton Nelson an Seattle und Defensive Tackle DeForest Buckner an San Francisco ab. Die Titans tradeten am 29. Oktober Defensive Tackle Jeffery Simmons zu den Chicago Bears, für die Erstrunden-Picks 2027 und 2028 plus einen Fourth-Round-Pick. Vorher wechselten schon Marvin Harrison Jr. nach Houston, Joey Porter Jr. nach Dallas, J.J. McCarthy zu den Giants und Cam Jurgens von den Eagles nach Baltimore.

Könnten die Eagles auch Spieler dazuholen?

Ja. Laut Jeff McLane sucht Howie Roseman einen Offensive Lineman mit Starter-Format, und die Eagles haben sich vor dem Seattle-Deal nach Quenton Nelson erkundigt. Auf dem Markt stehen unter anderem Ex-Eagle Josh Sweat aus Arizona, Zach Sieler aus Miami sowie die Receiver Jauan Jennings und Josh Downs. Für 2028 halten die Eagles zwei Erstrunden- und zwei Zweitrunden-Picks.

Quellen und Referenzen

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