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Eagles Meinung: Jalen Hurts: Saison-Aus und Fragen an den Medical Staff – Titelbild für den Artikel auf www.fly-eagles-fly.de

Jalen Hurts: Saison-Aus und Fragen an den Medical Staff

Jalen Hurts fällt mit tiefer Venenthrombose und Lungenembolien für die Saison aus. Was in London passiert ist, was es bedeutet und was ich kritisiere.

Sonntag in London, und Jalen Hurts ist spät dran. Videos aus dem Stadion zeigen ihn erst unmittelbar vor dem auf dem Rasen [1]. Was die Zuschauer nicht wissen: Die Nacht davor hat ihr Quarterback nicht im Teamhotel verbracht, sondern in einem Londoner Krankenhaus. Ein Ultraschall hatte nach der Ankunft ein Blutgerinnsel in seiner linken Wade gezeigt. Nach einem Bericht von NFL Network blieb er bis 4 Uhr morgens zu Tests dort, schlafen galt als "Risiko" [2].

Wenige Stunden später spielt er alle 62 Offensive Snaps gegen die Jaguars. Neun Tage danach ist seine Saison vorbei.

Am Montag haben die Eagles und Hurts' Agentin Nicole Lynn gemeinsam bekanntgegeben, was aus dem "oberflächlichen" Gerinnsel geworden ist: eine tiefe Venenthrombose, dazu Lungenembolien auf beiden Seiten [3].

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Update vom 20. Oktober 2026: Seit Erscheinen dieses Textes gibt es drei neue Entwicklungen: Die NFL bestraft die Eagles nicht, ihr Chefmediziner Allen Sills stellt sich hinter den Medical Staff, und zur Nacht vor dem Spiel gibt es eine neue Schilderung. Ich habe meinen Text unverändert gelassen und die neuen Punkte am Ende im Abschnitt "Update vom 20. Oktober" ergänzt.

Ich wünsche Jalen von Herzen gute Besserung. Und ich halte für falsch, wie die Eagles mit ihm in London umgegangen sind. Beides gehört in diesen Text. Um zu verstehen, warum, muss man zwei Wochen zurückgehen.

Wie aus einem Tritt in die Wade ein Saison-Aus wurde

Es beginnt mit einem Stollen. Im Spiel gegen die Rams am 4. Oktober tritt ein Gegenspieler Hurts in die linke Wade. Ein Moment, wie es ihn in jedem Spiel dutzendfach gibt. Hurts spielt weiter, alle 61 Snaps, die Eagles verlieren [4].

Vier Tage später, nach dem Training am Donnerstag, bittet er die Physios um Behandlung und erzählt vom Tritt. Freitag trainiert er voll, steht aber zum ersten Mal auf dem Injury Report. Dann geht es über den Atlantik nach London. Am Samstag, nach Flug und Walk-through, zeigt der Ultraschall das Gerinnsel. Oberflächlich, heißt es. Die Ärzte empfehlen eine Kontrolle innerhalb von 72 Stunden [5].

Es folgt die Nacht im Krankenhaus, bis 4 Uhr morgens, dann das Spiel. Hurts bringt 21 von 40 Pässen an, 220 Yards, ein Touchdown, keine Interception. Am Ende reicht es trotzdem nicht. Nach einem langen Kickoff Return trifft Cam Little aus 57 Yards, 17:19 [6].

Danach der Rückflug, wieder ein Langstreckenflug, diesmal mit bekanntem Gerinnsel. Behandlung am Montag und Dienstag, am Mittwoch volles Training. Zach Berman hat an diesem Mittwoch gegen 17:45 Uhr noch mit Hurts gesprochen. Er wirkte völlig normal, so Berman, ruhig wie immer, und nannte die Wadengeschichte eine "unique experience". Nichts deutete darauf hin, dass da etwas Lebensbedrohliches im Gange war [7]. Im Practice Report steht er an diesem Tag als voller Teilnehmer, ohne jede Einschränkung. Erst am Mittwochabend folgt der Kontroll-Ultraschall, und der zeigt: Das Gerinnsel hat sich bewegt [8]. Am Donnerstag nehmen die Eagles ihn aus dem Panthers-Spiel, am Samstag kommt er auf Injured Reserve. Am selben Samstag liegen laut NFL-Insider Tom Pelissero schon die Bilder vor, die Gerinnsel in der Lunge zeigen [9]. Öffentlich ist bis Montag weiter von der Wade die Rede.

DatumWas passiert ist
So, 4. OktoberSpiel gegen die Rams: Hurts bekommt einen Stollen in die linke Wade, spielt alle 61 Snaps
Do, 8. OktoberErste Behandlung der Wade
Sa, 10. OktoberUltraschall in London: oberflächliches Gerinnsel
So, 11. OktoberNacht im Krankenhaus bis 4 Uhr morgens, danach 17:19 gegen die Jaguars
Mi, 14. OktoberVolles Training, im Practice Report ohne Einschränkung. Am Abend zeigt der Kontroll-Ultraschall: Gerinnsel hat sich bewegt
Sa, 17. OktoberInjured Reserve, Befund aus der Lunge liegt vor
So, 18. OktoberTanner McKee startet, 14:25 gegen Carolina
Mo, 19. OktoberDiagnose öffentlich: tiefe Venenthrombose, Lungenembolien

Was eine tiefe Venenthrombose mit Lungenembolie bedeutet

Ein oberflächliches Gerinnsel sitzt in einer Vene direkt unter der Haut. Nach einem harten Schlag kann ein kleines Gefäß bluten und verklumpen, meist löst sich das von selbst wieder auf [10]. Die Gefahr liegt eine Etage tiefer. Wandert das Gerinnsel in die tiefen Beinvenen, wird daraus eine tiefe Venenthrombose (DVT). Von dort kann der Blutstrom es bis in die Lunge spülen, wo es Arterien verstopft. Das ist eine Lungenembolie, und die kann tödlich enden.

Bei Hurts hat das Gerinnsel genau diesen Weg genommen, aus der Wade in beide Lungenflügel.

Jordan K. Schaefer, Thrombose-Spezialist an der University of Michigan, erklärt bei ESPN, warum Ärzte bei einem oberflächlichen Gerinnsel so genau hinschauen: Etwa jeder Vierte hat dann zusätzlich schon eine DVT. Für DVT plus Lungenembolie gilt als Standard eine Behandlung mit Blutverdünnern über mindestens drei Monate, danach wird neu bewertet [11].

Und hier liegt das eigentliche Problem für die Saison. Solange Hurts Blutverdünner nimmt, darf er nicht Football spielen. Das gilt für jedes Spiel, aber auch für jede Trainingseinheit, in der Spieler aufeinanderprallen, also Tackles, Hits und Zweikämpfe in voller Ausrüstung. Laufen, Krafttraining und Kondition sind erlaubt. Der Grund: Mit verdünntem Blut gerinnt eine Verletzung schlechter, schon ein harter Tackle oder ein Schlag auf den Kopf kann eine gefährliche innere Blutung auslösen. Für einen Quarterback, der Sacks kassiert und bei Designed Runs in die Linebacker rennt, geht das schlicht nicht.

Die gute Nachricht steckt im selben Statement. Hurts ist "clinically stable", hat keine nennenswerten Einschränkungen, und die Ärzte erwarten eine volle Genesung ohne Langzeitfolgen. Er bleibt beim Team und hält sich fit [12].

Die Nacht vor dem Jaguars-Spiel: zwei Versionen

Wie lang war diese Nacht in London wirklich? Am Montagmorgen meldete Pelissero, die Ärzte hätten Hurts aus Vorsicht das Schlafen verboten. Beim Kickoff sei er rund 36 Stunden wach gewesen.

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Ein paar Stunden später kam die Gegendarstellung. Nicole Lynn sagte Pelissero, Hurts sei bis in den frühen Sonntagmorgen im Krankenhaus gewesen, habe danach aber schlafen können. Die Eagles hätten ihm im Stadion einen Raum freigehalten.

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Für Lynns Version spricht, was Berman in London selbst gesehen hat. Er war im Stadion. Hurts fehlte beim üblichen Aufwärmprogramm und joggte erst kurz vor dem Kickoff aufs Feld. Am Mittwoch danach darauf angesprochen, sagte Hurts, er habe sich ausgeruht. Gelaufen ist er im ganzen Spiel nur zweimal [13]. Sheil Kapadia hat sich am Montag bei mehreren Ärzten umgehört. Die Antwort war einhellig: Wach bleiben ist keine Behandlung für ein oberflächliches Gerinnsel [14].

Welche Version stimmt, kann von außen trotzdem niemand seriös sagen. Unstrittig ist genug: die Nacht im Krankenhaus bis etwa 4 Uhr, das Spiel ein paar Stunden später, der Flug zurück, das volle Training.

Medizinisch fällt das Urteil gemischt aus. Der Inquirer hat zwei unabhängige Hämatologen befragt. Einer davon, Michael Seidman vom Fox Chase Cancer Center, hält Spielen mit einem oberflächlichen Gerinnsel für vertretbar, Fliegen mit Kompressionsstrümpfen und Bewegung ebenso. Die drei Tage bis zur Kontrolle nennt er "completely reasonable". Nur beim Schlafentzug weicht er aus: "it's hard to make a comment on that" [15]. Schaefer sagt bei ESPN allgemein, wach bleiben sei bei einem oberflächlichen Gerinnsel allein keine übliche Empfehlung [16].

Sirianni am Montag: "Ich bin kein Mediziner"

Am Montag musste Nick Sirianni vor die Presse, und fast jede Frage drehte sich um Hurts. Ob er erklären könne, warum sein Quarterback nach einer Nacht im Krankenhaus gegen Jacksonville gespielt hat? Sirianni antwortete mit dem Satz, den er an diesem Tag noch oft sagen sollte: "The health of our players is always at the forefront of our mind." Den Rest überlasse er "the medical experts".

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Die nächste Frage zielte auf den Rückflug mit dem bekannten Gerinnsel. "Again, I'm not a medical expert. Same deal there." [17]

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Dann kam der Satz, der hängen bleibt. Sirianni verwies auf dieselben Ärzte und Trainer, die "21 of our 22 starters" für den fit bekommen hätten. Zur Meldung über den Schlaf merkte er nur an, der Reporter habe ja schon nachgelegt. Jimmy Kempski fasste die Pressekonferenz knapp zusammen: Sirianni beantworte im Grunde keine Fragen.

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Im haben Kapadia und Berman am Abend ein gewisses Mitleid mit ihm. Sirianni ist kein Arzt, er hat tausend andere Baustellen, und Fragen zu Gerinnseln und Langstreckenflügen gehören nicht in sein Fach [18]. Aber, sagt Berman: Nichts hindert Howie Roseman daran, diese Fragen selbst zu beantworten. Auch Teamärzte oder Trainer könnten sprechen, das haben die Eagles früher schon getan. Seine Regel: "In the absence of information, there's going to be speculation." [19]

Meine Kritik am Medical Staff der Eagles

Fair bleiben gehört dazu, also zuerst die Sicht der Eagles. Ein oberflächliches Gerinnsel nach einem Tritt ist kein Notfall. Bewegung gilt heute als besser als Bettruhe, weil Liegen das Thromboserisiko erhöht [20]. Ein unabhängiger Hämatologe hält Spielen und Fliegen für vertretbar. Ob das Gerinnsel wegen des Spiels gewandert ist, weiß niemand von uns, die Ultraschallbilder hat keiner gesehen. Und Hurts ist ein erwachsener Profi, der spielen wollte.

Genauso ernst nehme ich die Fans. Hier geht es um den Quarterback, der LIX gewonnen hat und diese Franchise trägt. Wenn seine Saison im Oktober endet, weil ein Gerinnsel in die Lunge gewandert ist, wollen die Leute an der wissen, warum. Das ist keine Hysterie, das ist ihr gutes Recht. Berman bringt es auf den Punkt: Es spiele keine Rolle, ob es um den Franchise-Quarterback gehe. Selbst wenn ein Praktikant mit einem Blutgerinnsel aus London zurückfliegt, das drei Tage später in der Lunge sitzt, "that's serious", und das werfe Fragen auf [21].

Trotzdem ist mein Urteil eindeutig. Einen Spieler nach einer Nacht im Krankenhaus, mit einem frisch entdeckten Blutgerinnsel und mit wenig oder gar keinem Schlaf in ein NFL-Spiel zu schicken, halte ich für nicht vertretbar. Ob es 36 Stunden waren oder "nur" eine Nacht bis 4 Uhr, ändert daran wenig. Selbst der Hämatologe, der den Eagles in allem anderen recht gibt, wollte den Schlafentzug nicht verteidigen. Marcus Hayes nennt genau diesen Punkt "dumb" [22], Kempski "unfathomable" [23]. Frank Schwab von Yahoo fordert, dass die NFL sich den Fall ansieht [24].

Was mich darüber hinaus stört, ist die Kette der Entscheidungen. Gerinnsel am Samstag, Spiel am Sonntag, Langstreckenflug, volles Training am Mittwoch, Kontrolle erst danach. Jeder dieser Schritte mag für sich in einer Leitlinie stehen. Zusammen ergeben sie einen Plan, der darauf baut, dass schon alles gutgehen wird. Es ist nicht gutgegangen.

Und dann die Kommunikation. Die Befunde aus der Lunge lagen am Samstag vor, das Wort "oberflächlich" stand bis Montag im Raum. Kapadia erinnert an einen Bericht von Adam Schefter und Ian Rapoport vom selben Samstag: Die Eagles hätten noch nicht einmal darüber gesprochen, Hurts auf Injured Reserve zu setzen. Wenige Stunden später stand er dort, 48 Stunden später war seine Saison vorbei. Und das gemeinsame Statement von Team und Agentin hält Kapadia für ungewöhnlich. Er fragt offen, ob es zeigt, dass alle auf einer Linie sind, oder ob es so aussehen soll [25]. Berman ordnet ein: Hurts sei ein sehr privater Mensch, und schon das Statement der Vorwoche sei mit seinem Lager abgestimmt gewesen [26].

Wenn der Head Coach auf jede Frage "kein Mediziner" sagt, dann müssen die Eagles eben einen Mediziner vors Mikrofon stellen. Der Verweis auf den Super Bowl hilft da niemandem. Niemand bezweifelt, dass der Medical Staff gut ist. Die Frage ist, was in London passiert ist.

Bleibt der Ton, in dem über all das geredet wird. Pelissero hat seine 36-Stunden-Meldung mit der Frage eröffnet, wie sehr Hurts sich dem Football verschrieben habe. Das ist das alte NFL-Heldenbild vom Quarterback, der durch alles durchspielt. Hurts passt da leider perfekt hinein. Schon im Dezember 2022 spielte er gegen die Bears mit verstauchter Schulter weiter [27]. Gerade so ein Spieler braucht Ärzte, die ihn vor sich selbst schützen. Bei einem Blutgerinnsel erst recht.

Was das Saison-Aus für die Eagles bedeutet

Auf dem Papier könnte Hurts zurückkommen. Injured Reserve heißt mindestens vier Spiele Pause, frühestens wäre er in Week 11 gegen die Steelers am 22. November wieder spielberechtigt [28]. Drei Monate Blutverdünner ab Mitte Oktober enden aber erst Mitte Januar, und dann ist die vorbei.

Die Offense gehört damit Tanner McKee. Der Sechstrunden-Pick von 2023 bleibt Starter [29]. Gegen Carolina hielt er sich nach Jeff McLanes Urteil ordentlich, verloren haben die Eagles trotzdem.

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Jetzt stehen sie bei 2-4, nach vier Niederlagen am Stück. Ein erfahrener Backup ist nicht in Sicht: Andy Dalton kommt nicht zurück, er unterschreibt bei den Falcons. Namen wie Gardner Minshew oder Jake Browning sind bisher nur Gedankenspiele [30]. Sean Mannion bleibt für das Play-Calling zuständig, Berman hat Sirianni am Montag direkt danach gefragt [31]. Sirianni will nach "answers" und "solutions" suchen [32].

Was macht Howie Roseman daraus? Berman rechnet mit zwei Wochen Bewährung, Cowboys und Commanders. Danach entscheidet sich vor der , ob die Eagles verkaufen. Seine Einschätzung: Roseman sei kein Mann, der 2011 wiederholt, als die Eagles sich zu acht Siegen schleppten. Lieber ganz unten als Mittelmaß [33].

Für 2027 macht ein Blick in die Liga Mut. Patriots-Center David Andrews verpasste 2019 wegen Lungenembolien die komplette Saison [34], kehrte 2020 zurück [35] und unterschrieb 2021 sogar einen Vierjahresvertrag [36]. Bei Hurts kommt etwas Wichtiges dazu: Seine Gerinnsel haben eine klare Ursache, den Stollen, den er im Spiel gegen die Rams in die Wade bekommen hat. Bei einem solchen "provozierten" Gerinnsel reichen laut der Ärztin Jessica Flynn meist drei bis sechs Monate Blutverdünner. Eine lebenslange Therapie steht eher bei Gerinnseln ohne erkennbaren Auslöser im Raum [37].

Gute Besserung, Jalen

Nächsten Montag kommen die Cowboys ins Linc, Anstoß ist um 1:15 Uhr in der Nacht auf Dienstag deutscher Zeit. Ausgerechnet an diesem Abend nehmen die Eagles Jeffrey Lurie in ihre Hall of Fame auf [38]. Im Philly Special fiel dazu das Wort "optics". Eine Ehrung für den Besitzer, eine Woche nachdem der Quarterback mit Gerinnseln in der Lunge auf IR gelandet ist. McKee steht unter Center. Und Hurts? Berman kann sich nicht vorstellen, dass er überhaupt an der Seitenlinie steht, zu groß ist mit Blutverdünnern das Risiko, dort etwas abzubekommen [39]. Der Quarterback, der LIX gewonnen hat, schaut das Spiel gegen Dallas also wohl von irgendwo anders.

Abgeschrieben ist diese Saison deshalb noch lange nicht. Die schreibt gerade auf ihre ganz eigene Art Geschichte: Zwei Spieltage in Folge hat keines ihrer vier Teams gewonnen, laut Berman womöglich zum ersten Mal seit der Fusion von NFL und AFL [40]. Giants und Commanders trennten sich 27:27, am Montagabend verlor Washington in San Francisco. Die Giants führen mit 3-2-1, die Eagles sind mit 2-4 Zweiter. Irgendwer muss diese gewinnen, und wer sie gewinnt, ist in den , ob mit acht oder neun Siegen. Ob das schön ist, sei dahingestellt. Aber die Eagles haben alle Chancen, und die nächsten beiden Gegner heißen Dallas und Washington.

Was Hurts selbst angeht: Ich tippe darauf, dass er im Herbst 2027 zurückkommt, mit genau dem Chip on the Shoulder, den Philly an ihm liebt.

Kapadia hat am Ende der Folge den Satz gesagt, der mir am meisten hängen geblieben ist. Hurts sei in Topform gewesen, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, und dann werde ihm ein Jahr auf der Bühne, für die er sein ganzes Leben gearbeitet hat, einfach weggenommen. Kein Kreuzband, kein verstauchter Knöchel, sondern "real life" [41].

Bis zu seinem Comeback schulden die Eagles ihm und uns eine ehrliche Aufarbeitung der Nacht von London. Kein "Ich bin kein Mediziner", sondern einen Mediziner, der erklärt, was passiert ist.

Werd gesund, Jalen. Wir sehen uns nächsten Herbst. .

Update vom 20. Oktober 2026: Was seit Montag neu ist

Mein Text oben gibt den Stand vom 19. Oktober wieder. Einen Tag später sind drei Dinge passiert, die ich Euch nicht vorenthalten will. Zwei davon stellen Teile meiner Darstellung in ein anderes Licht. Deshalb ergänze ich sie hier, statt den Text nachträglich umzuschreiben.

1. Die NFL bestraft die Eagles nicht. Nach einem Bericht von Jonathan Jones in The Athletic kommt die Liga zu dem Schluss, die Lage sei vor dem Spiel in London "handled appropriately" worden [42]. Auch beim Injury Report sieht die NFL keinen Verstoß, obwohl die Eagles Hurts vor dem Spiel nicht als "questionable" führten und das Gerinnsel öffentlich nur als Wadenproblem auftauchte [43]. Die Liga betont, sie sei während der gesamten Behandlung mit dem Medical Staff der Eagles und der Cleveland Clinic in London in Kontakt gewesen [44]. NFL-Chefmediziner Allen Sills hatte die Untersuchung in der Cleveland Clinic am Samstagabend selbst mit organisiert [45].

2. Allen Sills stellt sich hinter den Medical Staff. Bei den Ligatreffen in New York wurde Sills am Dienstag deutlich: "I have tremendous confidence in the Philadelphia Eagles' medical staff and all our medical staffs." Dass Teamärzte vom Football-Betrieb beeinflusst würden, wies er zurück: "There is no doctor who is taking orders from a football person, a non-medical person, period." [46] Wer glaube, Ärzte würden einen Spieler in Gefahr bringen, dem entgegnete er: "that's nonsense". Alle hätten "with an abundance of caution" gehandelt [47].

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3. Eine neue Schilderung der Nacht vor dem Spiel. Laut dem Athletic-Bericht war Hurts gegen 2:45 Uhr Ortszeit zurück im Teamhotel, schlief bis etwa 10 Uhr und legte sich vor dem Spiel im Stadion noch einmal hin [48]. Front Office Sports berichtet zudem unter Berufung auf zwei anonyme Quellen, dass das ganze Team nach dem Flug die Empfehlung bekam, gegen den Jetlag bis nach dem Teammeeting am Samstag um 20 Uhr wach zu bleiben [49]. Damit steht neben der 36-Stunden-Meldung und Nicole Lynns Gegendarstellung eine dritte, deutlich genauere Version. Bestätigt hat sie das Team selbst bisher nicht.

Was heißt das für meine Kritik? Die 36 Stunden ohne Schlaf, die am Montag im Raum standen, sind nach heutigem Stand wohl vom Tisch, und ich nehme das zur Kenntnis. An meinen übrigen Fragen ändert das Update wenig. Sills spricht über die Integrität der Ärzte, und die habe ich nie angezweifelt. Offen bleibt, warum Hurts wenige Stunden nach dem Befund ohne Einschränkung spielte, warum er mit dem Gerinnsel zurückflog und warum die ganze Diagnose erst nach Tagen öffentlich wurde. Auch am Dienstag stand bei den Eagles kein Arzt vor einem Mikrofon, und Howie Roseman hat sich bisher nicht geäußert [50]. Die Antworten kommen von der Liga, nicht vom Team.

Häufige Fragen zu Jalen Hurts' Blutgerinnseln

Was hat Jalen Hurts genau? Jalen Hurts hat eine tiefe Venenthrombose im linken Unterschenkel und beidseitige Lungenembolien. Ein Blutgerinnsel aus der Wade ist also bis in beide Lungenflügel gewandert. In London war zunächst nur ein oberflächliches Gerinnsel diagnostiziert worden. Ausgelöst hat es nach Angaben der Ärzte ein Stollen, den Hurts im Spiel gegen die Rams am 4. Oktober 2026 in die Wade bekam.
Wie lange fällt Jalen Hurts aus? Hurts fällt sehr wahrscheinlich für den Rest der Saison 2026 aus. Bei einer tiefen Venenthrombose mit Lungenembolie sind mindestens drei Monate Blutverdünner Standard. Solange er sie nimmt, darf er wegen des Risikos innerer Blutungen weder spielen noch im Training Tackles und Hits mitmachen. Die Eagles und seine Agentin Nicole Lynn erwarten eine volle Genesung ohne Langzeitfolgen.
Hat Jalen Hurts mit dem Blutgerinnsel gegen die Jaguars gespielt? Ja. Das oberflächliche Gerinnsel wurde am 10. Oktober in London entdeckt, Hurts verbrachte die Nacht bis etwa 4 Uhr im Krankenhaus und spielte am 11. Oktober alle 62 Snaps beim 17:19 gegen Jacksonville. Ob er vorher 36 Stunden wach war, wie NFL-Insider Tom Pelissero berichtete, ist umstritten. Seine Agentin sagt, er habe vor dem Spiel im Stadion schlafen können.
Was hat Nick Sirianni zu Hurts' Verletzung gesagt? Sirianni verwies auf der Pressekonferenz am 19. Oktober 2026 mehrfach darauf, dass er kein Mediziner sei und die Gesundheit der Spieler immer an erster Stelle stehe. Er äußerte volles Vertrauen in den Medical Staff der Eagles. Konkrete Fragen zum Spiel in London, zum Schlaf und zum Rückflug mit dem bekannten Gerinnsel beantwortete er nicht.
Wer spielt jetzt Quarterback bei den Eagles? Tanner McKee, Sechstrunden-Pick von 2023, ist der neue Starter. Er stand schon beim 14:25 gegen die Panthers in Week 6 auf dem Feld. Andy Dalton kehrt nicht zurück und geht zu den Atlanta Falcons. Ob die Eagles noch einen weiteren Quarterback verpflichten, ist offen.
Kann Jalen Hurts 2027 wieder spielen? Die Prognose ist gut. Die Ärzte erwarten eine volle Genesung, und das Gerinnsel hat mit dem Tritt in die Wade eine klare Ursache, was in der Regel für eine begrenzte Behandlungsdauer spricht. Ein Vergleichsfall ist Patriots-Center David Andrews, der 2019 wegen Lungenembolien eine ganze Saison verpasste und danach zurückkehrte. Sobald Hurts keine Blutverdünner mehr nimmt, darf er wieder voll Football spielen.

Quellen und Referenzen

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    Mark Maske·sports.yahoo.com
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    Armando Salguero·foxnews.com

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